Ein Mann, der bereits viele Berufe ausgeübt hat, wird beauftragt, eine schwierige Restaurierung an der Statue vom Gekreuzigten durchzuführen. Die Statue beinhaltet Geheimnisse, die nur der Tastsinn wahrnehmen kann. Um seine Aufgabe vollenden zu können, muss der Restaurator zur Nacktheit gelangen. Die Geschichte dreht sich um eine Meeresstadt und ein Grenzdorf, eine gewagte Liebe und einen Nachahmungswillen.
Man wartete auf die Untergangsstunde mit ihrem erröteten Licht, welches den Marmor umhüllte. Er sah wie Fleisch aus und die Schatten bewegten die Formen.
„Es handelt sich um eine kurze, konzentrierte und wesentliche Erzählung, wie alle Werke dieses einzigartigen Autors.“
Vanja Luksic, Journalistin
Erri De Luca (Neapel, 1950) ist einer der meistgelesenen Schriftsteller Italiens.
Seine Bücher haben Kultstatus. Er arbeitete in zahlreichen Berufen in Italien und im Ausland: Facharbeiter bei Fiat, Kraftfahrer, Lagerist und Maurer. Erst im Alter von 39 Jahren veröffentlicht er 1989 sein erstes Buch „Non ora, non qui“ (Nicht hier und nicht jetzt). Er verfasst Romane, Theaterstücke, Übersetzungen und Gedichte. Seine Werke sind in über 30 Sprachen übersetzt worden. Er hat autodidaktisch Swahili, Russisch, Jiddisch und Altjiddisch gelernt und Teile vom Alten Testament ins Italienische übersetzt.
2015 wurde De Luca angeklagt, 2013 in zwei Zeitungsinterviews zur „Sabotage“ des Mont-Cenis-Basistunnels aufgerufen zu haben: Die Staatsanwaltschaft sah darin eine Anstiftung zu „konkreten und ungesetzlichen Taten.“ Das Gericht sprach ihn aber frei, „weil keine strafbare Handlung vorliegt“. Zu seiner Verteidigung veröffentlichte er „La Parola Contraria“, Feltrinelli Verlag.
Er lebt auf dem Land in der Nähe von Rom, wo er weiterhin Bäume pflanzt.
Moderation: Cecilia Mussini
Cecilia Mussini (Pavia, 1981) promoviert in italienischer und neulateinischer Literaturwissenschaft, ist Lehrbeauftragte bei der LMU München und Übersetzerin.
In italienischer und deutscher Sprache
Foto: Erri De Luca
© Alessio Jacona, Flickr, Lizenz Creative Commons
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