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Fotogalerie

 

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Geometrie der Verzauberung

50 Fragmente italienischer Schönheit

 

Natur, Architektur, die Objekte, die wir manövrieren, die Straßen, die wir überqueren, sind wie geometrische Bilder, wie Kästen voller Symmetrien, Linien, Ellipsen, flachen Figuren, Polyedern, Fraktalen, einmal mehr, einmal weniger schrill... manchmal findet man diese Eigenheiten ganz schamlos unter aller Augen, manchmal muss man wissen, wie man sie sucht. Aus diesen Überlegungen heraus bin ich viele Jahre durch mein Land und die Welt spaziert, mit einer von einem Thema beherrschten Mission, der ich zuerst folgte, ohne mir dessen voll bewusst zu sein, und die sich mir dann in all ihren vielversprechenden Möglichkeiten offenbarte. Meine Absicht war es, Schönheit anhand geometrischer Formen zu dokumentieren, nach perimetrischen Ähnlichkeiten zu suchen und eine Landschaft oder ein Detail eben dank des Bildausschnitts, der besonderen "Poetik des Blicks" in etwas ungewöhnliches zu verwandeln.

Dank der Einladung des Italienischen Kulturinstituts München nehme ich erstmals eine Bestandsaufnahme dieser Suche vor. Fünfzig Fotos von zwanzig verschiedenen Orten, fünfzig Aufnahmen, mit kurzen Anmerkungen zu meinen Gedanken, und jeweils einem Musikstück zugeordnet (ausschließlich Made in Italy, eine weite Reise, die uns von Monteverdi zu Fossati führt), um den Kontext noch besser zu beschreiben oder einfach die Aura eines Ortes identifizieren. Es sind Etappen einer Reise in die Schönheit Italiens, die manchmal gegensätzliche territoriale und morphologische Merkmale aufweisen kann: Meer und Berge, Stadt und Land, überfüllt und unberührt. Dennoch scheint es mir, dass die Affinitäten, die sich am Ende der Route offenbaren, tatsächlich similär, kohärent und synchron sind.

Ich habe immer versucht, sehr vielseitig zu bleiben, um die Bilder zu schaffen, die mich interessieren. Ich habe sie mit meinen Canons, aber auch mit dem iPhone aufgenommen, und dabei alle Möglichkeiten einer Pose oder eines Schusses genutzt, die mir das Schicksal gebracht hat. Es stimmt, man findet keine Porträts und im Allgemeinen nur sehr wenige Menschen: fünf (3 + 2) in Venedig, zwei Einzelgänger in Rom (in der Ferne), ein Paar im Aostatal ... immer verborgen in der Landschaft oder im Spiel der Inszenierungslinien. Die menschlichen Talente, ihre Erfindungen, ihr Vorübergehen, sind aber oft präsent, auch wenn niemand zu sehen ist. Auf einem der Fotos der alpinen Landschaft von Chamois oder auf dem des Sonnenuntergangs über dem Hafen von Genua ist der Mensch zwar nicht da, seine Kunstwerke jedoch machen die Anziehungskraft und das Gleichgewicht des Bildes aus. Ich möchte, dass dies nicht nur eine Reise zu den "Geometrien der Verzauberung" eines Teils Italiens ist, sondern auch zu denen seiner Bevölkerung.

Valerio Corzani ist Autor, Journalist, Radiomoderator, Musiker, Fotograf und Weltenbummler. Eine der bekanntesten Stimmen von Radio3 Rai und Radio Svizzera Italiana. Er schreibt für Il Manifesto, Lonely Planet und viele andere Magazine. Dank seiner Tätigkeit als Musiker hat er bei dutzenden von Projekten gespielt und seine Arbeit veröffentlicht, darunter Mau Mau, Mazapegul, Daunbailò, Interiors, Caracas, Teresa De Sio, Luigi Cinque und Shuttle. Seine Fotos sind von Zeitungen, Kulturmagazinen und Fachzeitschriften für Musik, Reisen und Tourismus veröffentlicht worden. Einige seiner Aufnahmen sind in den Online-Katalogen von Getty Images und Eyeem enthalten und begleiten ab Dezember 2018 seine Berichte für die Lonely Planet-Magazine. 2018 verwirklicht er das Projekt "“Black People in a White World”, eine Fotoausstellung mit vier verschiedenen Schauplätzen (Rom, Triest, Turin, Bagno di Romagna). Im März 2020 realisiert er die Online-Ausstellung “Altrove – visioni e latitudini” (Anderswo - Visionen und Breitengrade) für den sozialen Netzwerkkreis Centri Klepierre, die täglich von ca. 25.000 Menschen "besucht" wurde. Im Mai 2020 verwirklicht er für das Italienische Kulturinstitut München die Online-Ausstellung "Geometrie der Verzauberung - 50 Fragmente italienischer Schönheit".

 

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01 Mai 2020
47. Rom August 2017
Was gibt es bürgerlicheres, als eine Limousine mit Schutzhülle? Auch in dieser Szene ist viel Rom. Bewegungslos, ausgeschaltet, kann man in jeder Hinsicht von einem Stillleben sprechen. Die Eleganz der Details und die Entfaltung der Perspektive verleihen der Schwermut  einen weiteren Antrieb. Wir sind in der Nähe der Piazza Navona, dem guten Wohnzimmer der Stadt.
Soundtrack: “Capriccio” Piero Piccioni (da “Scacco alla regina OST” 1969 Cinevox Record)
Rom
01 Mai 2020
46. Rom Dezember 2018
Hier ein weiteres Wagnis: der Petersdom. Im Allgemeinen ist es besser, ihm fern zu bleiben, wenn man nicht in einer Oleographie oder in Tv-Programmen der Sonntagsmesse landen möchten. Aber in diesem kalten Dezember ist der Himmel so blau und das Licht so kräftig, dass diese vierzehn Statuen (und die entsprechenden Säulen) in eine zeitlose Modenschau verwandelt werden.
Soundtrack: “December” C’mon Tigre (da “C’mon Tigre” 2014 C’mon Tigre Records)
Rom
30 April 2020
48. Rom Dezember 2018
Das Roma Convention Center, auch La Nuvola (Die Wolke) genannt, ist seit 2016 Teil des Panoramas von Rom. Es ist das Herz eines Komplexes, der von Massimiliano Fuksas entworfen wurde, um Konferenzen, Messen, Foren und Shows auszurichten. Abgesehen von den unzähligen Diskussionen und Kontroversen über die Bauzeiten und die Kosten schien es mir immer ein Meisterwerk zu sein. Für diejenigen, die auf der Suche nach bezaubernden Formen sind, ist es ein bisschen wie eine gefüllte Schatztruhe. Von außen ist es eine wunderschöne Wolke, eingesperrt in einen Würfel. Im Inneren eine komplexe Abfolge gewundener Linien, die eine Art kindliches Erstaunen oder Schwindelgefühl hervorrufen. Am Ende ist es wahrscheinlich nichts weiter als ein Geheimnis, das in einem Rätsel eingeschlossen ist.
Soundtrack: “Clouds” Godblesscomputers (da “Plush and Safe” 2015 La Tempesta Dischi)
Rom
29 April 2020
49. Rom Februar 2020
Der Schatten einer Palme liebäugelt mit einem Fenster des Palazzo Barberini. Die Außenwände sind besonders mit der inneren Schönheit, die dieser Palast beherbergt, im Wettstreit (die Treppen von Bernini und Borromini, die riesigen mit Tapisserie gezierten Räumlichkeiten, die Hunderte von Kunstwerken des Museums). Das Trugbild einer Pflanze - ist das nicht ihr Schatten? - kitzelt zwei Fensterläden.
Soundtrack: “L’amore è tutto qui” Piero Ciampi (da “Andare camminare lavorare e altri discorsi” 1975 Rca)
Rom
28 April 2020
50. Rom April 2020
Dies ist das einzige Foto dieser Ausstellung, das während des Lockdowns aufgenommen wurde. Das Umfeld ist nicht besonders attraktiv: der Eingang der Metrostation Cipro, nur wenige Schritte von meiner Wohnung entfernt. Doch auch hier ist das passiert, was uns Handys, Reflexkameras und Videokameras aus aller Welt erzählt haben: Die Natur hat ihren Raum wiedererlangt und ihr Gleichmaß zurückerobert. In normalen Zeiten ist es schwierig, diesen Weg ohne Menschen zu erleben. An einem Wochentag im April inmitten der Pandemie scheint alles wie ausgestorben. Es bleibt nur diese prächtige Schlucht voller Rankengewächse und Blumen, die den freien Platz erobert. So als versuche sie, einen bunten Dschungel zu schaffen. Solange, bis die Angst der Menschheit sich wieder legt, und sie wieder so tut, alles dominiere sie alles, so wie es früher war.
Soundtrack: “Aspettando il nuovo giorno” Perigeo (da “Azimut” 1972 Rca)
Rom


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