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Wozu noch – dichten? Vier jungen Dichter*innen beantworten eine alte Frage - ILfest

Datum:

03/07/2022


Wozu noch – dichten? Vier jungen Dichter*innen beantworten eine alte Frage - ILfest

Mit Maria Borio, Tommaso Di Dio, Carmen Gallo, Massimo Gezzi

Ist in unserer hypermodernen Zeit noch Dichtung möglich?
Auf diese alte Frage geben vier junge PoetInnen Antwort: Maria Borio, Tommaso Di Dio, Carmen Gallo, Massimo Gezzi

“Die Zeit läuft immer schneller, Werke, die nur ein paar Jahre zurückliegen, erscheinen uns als überholt, und das Bedürfnis des Künstlers, wahrgenommen zu werden, wird früh oder später zur krampfhaften Suche des Aktuellen, des Unmittelbaren”, schrieb Montale vor fast fünfzig Jahren in seiner Nobelpreisrede. Kann die Dichtkunst heute noch Epiphanien hervorrufen? Vier wichtigen Stimmen unserer Zeit legen durch ihre Gedichte und Betrachtungen davon Zeugnis ab.

 

Moderation: Piero Salabè

 

Maria Borio, Jahrgang 1985, promovierte in Italienischer Literatur. Ihr Schwerpunkt liegt auf Dichtung, wie ihre Studien Satura. Da Montale alla lirica contemporanea (Serra, 2013) und Poetiche e individui. La poesia italiana dal 1970 al 2000 (Marsilio, 2018) zeigen. Ihre eigene Gedichte erschienen in Vite unite (XII Quaderno italiano di poesia contemporanea, Marcos y Marcos, 2015) und L’altro limite (Pordenonelegge-Lieticolle, 2017). In der Sammlung Ultima Eldorado, StreetLib 2019 sind vier Essays zur Dichtung von Maria Borio, Lorenzo Carlucci, Carmen Gallo und Francesco Terzago erschienen. Trasparenza (Interlinea 2019) ist das neueste Buch von Maria Borio.

 

Tommaso Di Dio, geboren 1982, lebt und arbeitet in Mailand. Sein erster Gedichtband Favole veröffentlichte er 2009 (Transeuropa). Im Jahr 2012 erschien eine Auswahl seiner unveröffentlichten Gedichte in La generazione entrante, Ladolfi Editore. Seit 2005 arbeitet Di Dio bei der Konzeption und Gestaltung von Kulturveranstaltungen. Im Jahr 2014 erschien sein zweiter Gedichtband Tua e di tutti (Lietocolle in Zusammenarbeit mit Pordenonelegge), der kürzlich ins Französische übersetzt wurde.
In seinem letzen Buch Verso le stelle glaciali (Interlinea 2020) skizzieren Bilder, Gedichte und Prosa vier Routen, auf die Suche nach einem möglichen Lebensweg: von der harten Realität der Stadt, über die Gänge eines Krankenhauses und die Grotten der Urzeit hin zu einem imaginären Ort, jenseits des Meeres auf einem Kontinent, wo eine „geheime Zukunft zu finden ist, die nicht vergisst, was (alles) gewesen ist“. Di Dio schreibt Beiträge für Zeitschriften wie „Nuovi Argomenti“ und den Blog „Poesia“ von Rainews.

 

Carmen Gallo wurde 1983 in Neapel geboren, wo sie derzeit lebt. Sie beschäftigt sich mit der metaphysischen Poesie des 17. Jahrhunderts und der Beziehung zwischen Theologie und Literatur (L’altra natura. Eucaristia e poesia nel primo Seicento 2018) und promoviert in Vergleichender Literaturwissenschaft. Sie war zweimal Finalistin des Poesiepreises Mazzacurati-Russo (2009-2010; 2011-2012), und einige ihrer Texte wurden in Blogs (Poetarum Silva, Poesia di Luigia Sorrentino) und Anthologien (Registro di Poesia #3, 2010 und Registro di Poesia #5, 2012, Edizioni D’If, Neapel) veröffentlicht. Gallos erste Sammlung, Paura degli occhi (Forlì, L’Arcolaio) kam 2014 heraus, dann Appartamenti o stanze 2017, und zuletzt Le fuggitive (Aragno 2020.) Im titelgebenden Gedicht kommen eine Reihe Zwischenstationen wie Brutkasten, Gang und Schaukel vor, Sinnbilder – wie das Schaukeln bei Beckett – einer pausenlosen Bewegung, die „sinnlos“ ist. Mit Tommaso Di Dio, Alessandra Frison und Domenico Ingenito kuratiert Gallo „Fuochi sull’acqua“, eine Reihe von Lesungen junger Dichter.

 

Massimo Gezzi. 1976 in den Marken geboren, hat Massimo Gezzi sich nach Studien- und Arbeitsaufenthalten in Pavia, Rom und Bern in Lugano niedergelassen, wo er am Liceo cantonale di Lugano 1 arbeitet. Gezzi hat die Poesiebände Il mare a destra und L’attimo dopo veröffentlicht, sowie den dreisprachigen Gedichtband In altre forme/En d’autres formes/In andere Formen mit Übersetzungen von Mathilde Vischer und Jacqueline Aerne. Er ist Herausgeber der kommentierten Ausgabe von Eugenio Montales Diario del ’71 e del ’72 und Franco Buffonis Band Poesie 1975-2012.
Seit 2014 kuratiert er Quaderni italiani di poesia contemporanea (Marcos y Marcos). Er ist Mitbegründer der literarischen Online-Zeitschrift „Le parole e le cose“. Er übersetzt aus dem Englischen. Seine Gedichte sind in mehreren Sprachen übersetzt. Einige Gedichte sind 2019 in der Anthologie Grand Tour. Reisen durch die junge Lyrik Europas, hrgs. Federico Italiano und Jan Wagner (Hanser) erschienen. Für seinen Gedichtband Il numero dei vivi (Donzelli 2015) erhielt Massimo Gezzi den Schweizer Literaturpreis 2016.
Soeben erschienen ist der Gedichtband Sempre mondo (Marcos y Marcos): Eine tiefgründige Untersuchung/Aufarbeitung der Beziehung zwischen Vater und Tochter, zwischen Lehrer und Schülern, zwischen den Menschen und deren Erwartungen oder Träumen. Und gleichzeitig eine tiefgehende Betrachtung des Kreislaufes des Lebens, über die geheimnisvolle Verbindung zwischen Raum, Zeit und den Dingen. 2021 erschien der Erzählband Le stelle vicine, Bollati Boringhieri.

 

 

Piero Salabè, 1970 in Rom geboren, Studium in Venedig, London, Rom und München. Er arbeitet seit über 20 Jahren als Übersetzer, Lektor und Herausgeber und lebt in München. Nach seiner Promotion bei Claudio Magris war Salabè bei den Verlagen Antje Kunstmann und Hueber tätig. Seit 2008 ist er bei Hanser zuständig für das Lektorat der Titel aus dem englischsprachigen Raum, aus Italien, Spanien und Lateinamerika. Er hat verschiedene italienische Dichter*innen ins Deutsch übersetzt (Patrizia, Cavalli, Milo De Angelis, Valerio Magrelli). 2019 veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband Il bel niente (La nave di Teseo).

 

 

In Zusammenarbeit mit dem Lyrik Kabinett
Mit Unterstützung von ProHelvetia Schweizer Kulturstiftung

 

Eintritt 10,- €

 

Weitere Informationen unter www.ilfest.de

 

Tickets

KARTENVERKAUF

10,- € Einzelticket Erwachsene
5,- € Kinderveranstaltung
5,- € Filmaufführung
25,- € Tagesticket (Samstag o. Sonntag)

Über die Abendkasse der Pasinger Fabrik, Tel. (089) 829 290 79
Di.-So. 17.30-20.30 Uhr
an den Festivaltagen eine Stunde vor Öffnung

Über München Ticket (089) 54 81 81 81, online über München Ticket (zuzüglich Vorverkauftsgebühren)

Da die Veranstaltungen aufgenommen und gestreamt werden, machen wir Sie darauf aufmerksam, dass die Zuschauer auf Aufnahmen mit erscheinen könnten.

Streaming
Einzelticket 6,- € / Gesamtticket 35,- € (7 Veranstaltungen Erwachsene, ohne Film)
über www.snapticket-live.de/shop/ILfest/

 

Während des Festivals können die vorgestellten Bücher beim Büchertisch von ItalLIBRI erworben werden.

VERANSTALTUNGSORT

Die Pasinger Fabrik befindet sich direkt am S-Bahnhof Pasing. Über die DB ist sie auch von außerhalb Münchens leicht zu erreichen. Das Cantina Café und Restaurant lädt mit seiner angenehmen Atmosphäre zum Gespräch über Literatur ein.

Pasinger Fabrik, August-Exter-Str. 1, 81245
direkt am S-Bahnhof Pasing gelegen
10 Minuten vom Münchner Hauptbahnhof entfernt, mit S 3/4/6/8 zu erreichen

Informationen

Termin: So 3 Jul 2022

Uhrzeit: 11:00

Veranstalter : Elisabetta Cavani/ItalLIBRI, Istituto Italiano di Cultura, Pasinger Fabrik e altri con il patrocinio del Consolato Generale d’Italia di Monaco di Baviera

Eintritt : Zahlungspflichtig


Ort:

Pasinger Fabrik, August-Exter-Str. 1, 81245 München

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