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Geschichte mal anders. Warum wir nicht ohne die alten Römer auskommen können. ABGESAGT

Datum:

12/05/2020


Geschichte mal anders. Warum wir nicht ohne die alten Römer auskommen können. ABGESAGT

Die römische Geschichte hat aus edlen und weniger edlen Gründen für viele Jahre sowohl in den italienischen Schulen, als auch innerhalb der italienischen Kultur, eine sehr wichtige Rolle gespielt. Heute scheint die Geschichte Roms jenseits des Universitätsunterrichts vor allem von jenen geschätzt zu werden, die sich keine Superquark-Episode entgehen lassen (Anm.: Superquark ist eine italienische Fernsehsendung, die sich mit den Themen Wissenschaft, Natur, Medizin, Technologie und Archäologie befasst): Wer in der Gesellschaft oder in sozialen Netzwerken glänzen will, versucht sein Glück mit anderen Themen, und die Zitate der Episoden aus der Geschichte Roms sind oft willkürlich und ungenau.


Altgriechisch ist eine "geniale Sprache", wie Andrea Marcolongo in ihrem erfolgreichen Buch behauptet, und das Liceo Classico (Humanistisches Gymnasium)"Die gerechte Schule" (Federico Condello, bereits zu Gast bei uns im März 2019). Gleichermaßen beansprucht Traina mit seinem Buch selbstbewusst eine ebenbürtige Konnotation für die römische Geschichte, die er anhand einer Reihe von Beispielen, von der Gründung Roms bis zur Spätantike, aufführt. Er veranschaulicht, wie Romulus die Ewige Stadt gründete, um Migranten willkommen zu heißen; wie Caesar mehr als 400.000 Germanen ausrottete, um Grenzüberschreitungen zu verhindern; wie ein Fußtritt auf die Buchstabenkombination S. P. Q. R, die man auf den Kanaldeckeln Roms findet, einem Majestätsverbrechen gleichkommt. Wir werden sehen, inwiefern Rom, zumindest laut Talmud, aus "365 Straßen, mit jeweils 365 Paläste, mit je 365 Stockwerken besteht, deren Inhalt es vermag, das gesamte Universum zu nähren", und inwiefern das Geburtsortsprinzip des ius soli von mittelalterlichen Juristen entwickelt wurde; warum die Römer die Karibik nicht erreicht haben; wie mehr oder weniger glaubwürdige Gelehrte über mindestens 210 verschiedene Ursachen für den Fall des Imperiums unstimmig sind, darunter auch Bleivergiftung und der Niedergang der männlichen Würde.

 

Giusto Traina (PhD 1991) ist Professor für Römische Geschichte an der Sorbonne Université. Er hat zahlreiche Abhandlungen über die Geschichte der Antike und der Spätantike verfasst, darunter 428 dopo Cristo. Storia di un anno (Laterza, 2007, übersetzt in vier Sprachen und 2020 von Fayard in einer aktualisierten Version neu aufgelegt). Kürzlich hat er das 1. Buchband aus der Reihe Mondes en guerre (Passés composés, 2019) herausgegeben, sowie das Handbuch Les mondes romains. Questions d’archéologie et d’histoire (Ellipsen, 2020), letzteres in Zusammenarbeit mit Ricardo González Villaescusa und Jean-Pierre Vallat. In Kürze erscheint sein neues Werk La storia speciale sowie Una storia della fine della Repubblica romana vista dai non-romani (Fayard). In Zusammenarbeit mit Aldo Ferrari arbeitet er an Una breve storia dell’Armenia (Il Mulino).

Informationen

Termin: Di 12 Mai 2020

Uhrzeit: Von 18:30 20:30

Veranstalter : Istituto Italiano di Cultura

In Zusammenarbeit mit : Laterza

Eintritt : frei


Ort:

Istituto Italiano di Cultura, Hermann-Schmid-Str. 8, 80336 München

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